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27. Oktober 2010
Herbstversammlung 2010 |
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Herbstversammlung der Bäckerinnung Mannheim Stadt und Land
„Wer Handwerk zeigt, hat Erfolg“
(bg). Erbarmungslos, schonungslos offen, doch auch ermutigend, das sind die Attribute, mit denen der Vortrag von Bernd Kütscher, seines Zeichens Direktor der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk in Weinheim bezeichnet werden kann. Jeder zweite deutsche Haushalt geht nicht mehr zum Bäcker und nur noch jedes fünfte Brot wird dort gekauft. Von den etwa 15.000 Bäckereien gehe jeden Tag eine verloren. Da wurde es leise bei den anwesenden Mitgliedern der Bäckerinnung Mannheim Stadt und Land, die zur Herbstversammlung nach Hockenheim ins Brauhaus „Zum Stadtpark“ eingeladen hatte. Doch Bernd Kütscher ließ die Zunftgenossen nicht im Regen stehen: „Ich glaube an eine Renaissance, wenn das Bäckerhandwerk die Chance ergreift.“
Schon in seiner Begrüßung machte Obermeister Norbert Magin auf die gegenwärtige schwierige wirtschaftliche Situation der Bäcker aufmerksam: „Der Markt ist kaputt, da Brötchen für 8 bis 10 Cent im Supermarkt angeboten werden.“ Daher müßten die Bäcker auf Nischen aufweichen. Hier setzte auch Alois Jöst, der Vizepräsident der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar Odenwald, ein. Es sei nicht mehr einfach, leistungsstarken Nachwuchs für die Betriebe zu finden. Deshalb mache es die Bäckerinnung richtig, die in die Schulen und auf Ausbildungsmessen gehe und dort zeige, wie vielseitig und anspruchsvoll der Beruf eigentlich sei. Jöst verwies auf die Imagekampagne der Handwerkskammer, die ein neues Bild des Handwerks präsentiere.
„Der erfolgreiche Bäcker der Zukunft bietet maximale Frische“, so eine der Forderungen von Bernd Kütscher in seinem Vortrag. Der Kunde will es warm und frisch. Das sei nur eine Frage der Organisation, so der Fachmann. Des Weiteren verwies er auf die das Potential des Verkaufs. Freundliche Verkäuferinnen können den Umsatz um 30 % steigern. Hier sind die großen Ketten dem kleinen Bäckerbetrieb oft voraus. Ein wichtiges Stichwort ist die sogenannte Bäckergastronomie. Dazu gehören das Angebot von Snacks und Kaffee. Auch hier zeigte sich Kütscher ermutigend: „Das kann man lernen.“ Überhaupt hätten die Kunden in ihrem Innern eine Sehnsucht nach einem richtigen Bäcker. Wer einen Bäcker beim Backen sieht, der vergisst den Preis, so Kütschers Tipp. Das geht natürlich nur über eine konsequente Weiterbildung und eine Rückkehr zum Bäckerstolz. Sein Fazit: „Die Welt verändert sich rasant. Wer darauf reagiert, wird weiterhin viel Spaß haben.“
Dass die Bäckerinnung es auch mit Innovationen versucht, zeigte die Vorstellung von Bäckermeister Peter Kapp mit dem Projekt Dachsenfranzbrot. Ein besonderes Geschenk erhielt Ehrenobermeister Günter Herbert zu seinem 80-jährigen Geburtstag.
Zu einer Herbstversammlung gehört natürlich auch die Abarbeitung und Bekanntgabe wichtiger Informationen für die Mitglieder. Norbert Magin hob die Teilnahme an den verschiedensten Events wie am Maimarkt, an der Lehrstellenbörse oder dem Blumenpeterfest hervor.
Minijobrente und Altersvorsorge für Selbständige, das war das Thema von Jens Knollmann von der Versicherung Signal Iduna. Wolfram Gohte berichtete über die diesjährige Stollenprüfung, bei der von 160 eingereichten Produkten 40 % mit Gold bewertet wurden. Ute Sagebiel-Hannich, die Geschäftsführerin vom BIV Baden konnte über Aktuelles aus dem Bäckerhandwerk berichtet, bevor endgültig zum gemütlichen Teil des Abends übergegangen wird.
Der Herbstversammlung folgt am 9. November die offizielle Vorstellung des Metropolitaners in der Bäckerei Leisinger in Plankstadt, bei der der erste Metropolitaner offiziell an den Comedian und Kabarettisten Christian „Chako“ Habekost übergeben wird. |
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